Was mit Trockenbau möglich ist
Der offensichtliche Fall ist die Trennwand: ein Zimmer teilen, ein Arbeitszimmer abtrennen, einen begehbaren Schrank abmauern, ohne zu mauern. Fast ebenso häufig ist die abgehängte Decke, im Leipziger Altbau vor allem dann, wenn die vorhandene Decke uneben ist, wenn Leitungen für Beleuchtung verlegt werden sollen oder wenn ein sehr hoher Raum ruhiger wirken soll.
Dazu kommen die Vorwandinstallation, mit der Leitungen und Spülkästen verkleidet werden, sowie Verkleidungen und Schächte für Rohre und Technik. In allen Fällen ist der Vorteil derselbe: geringes Gewicht, kaum Feuchtigkeit im Bau, saubere Kanten und ein Ergebnis, das sich in Tagen statt in Wochen misst.
Die erste Angabe: das Ständerwerk
Eine Metallständerwand besteht aus einem U-förmigen Anschlussprofil an Boden und Decke, dem UW-Profil, und den senkrechten C-förmigen Ständerprofilen dazwischen, den CW-Profilen. Beide sind in DIN 18182 geregelt, die üblichen Breiten sind 50, 75, 100, 125 und 150 Millimeter.
Die Breite bestimmt zwei Dinge: die mögliche Wandhöhe und den Platz für Dämmung und Leitungen. Die fertige Wanddicke ergibt sich aus der Profilbreite plus der Beplankung auf beiden Seiten. Ein CW-50-Profil mit einlagiger Beplankung von 12,5 Millimetern ergibt also eine Wand von 75 Millimetern.
Wichtiger als die Breite ist für die Praxis der Achsabstand, also wie eng die Ständer stehen. Der Standard ist 625 Millimeter, abgeleitet aus der Plattenbreite von 1250 Millimetern. Bei höherer Beanspruchung wird auf 417 Millimeter verdichtet. Ein konkretes Beispiel: Soll die Wand gefliest werden, gibt Knauf für eine einlagig mit 12,5 Millimeter Standardgipsplatte beplankte Wand einen Achsabstand von höchstens 417 Millimetern vor. Mit einer 15 Millimeter starken Hartgipsplatte sind 625 Millimeter zulässig. Wer beim Ständerwerk spart, merkt es an der fertigen Fliesenwand.
Die zweite Angabe: die Oberflächengüte
Das ist der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse entstehen, weil kaum jemand ihn ausspricht. Wie glatt eine verspachtelte Gipsplattenfläche wird, ist in einem Merkblatt der Industriegruppe Gipsplatten im Bundesverband der Gipsindustrie geregelt, und es gibt vier Stufen.
| Stufe | Umfang | Geeignet für |
|---|---|---|
| Q1 | Grundverspachtelung | Flächen ohne optische Anforderung, etwa hinter Fliesen |
| Q2 | Standard, die Regelleistung | strukturierte Tapeten, matte füllende Anstriche mit der Strukturrolle, Putze über 1 mm Korn |
| Q3 | breiteres Spachteln, Poren geschlossen | feine Tapeten, glatte matte Anstriche, Putze bis 1 mm Korn |
| Q4 | vollflächig überzogen und geglättet | glatte und glänzende Tapeten, Anstriche bis mittlerer Glanz |
Q2 ist die Regelleistung. Wer nichts vereinbart, bekommt Q2, und das ist für die meisten Wohnräume auch richtig. Q3 und Q4 sind Sonderleistungen und werden gesondert vergütet. Wenn Sie eine glatte, glänzend gestrichene Wand wollen und Q2 bestellt haben, ist die Enttäuschung vorprogrammiert und kein Mangel.
Auch Q4 ist keine Garantie gegen Streiflicht
Eine Stufe Q5 gibt es nicht. Q4 ist die höchste definierte Stufe, und selbst sie garantiert keine vollständig abzeichnungsfreie Fläche, wenn Licht flach über die Wand streicht, etwa bei einem Fenster in der Flucht oder einem Wandfluter. Wer eine solche Beleuchtung plant, muss das zusätzlich vereinbaren. Begriffe wie "Q4 plus" sind Anbieterwerbung und stehen in keinem Regelwerk.
Die dritte Angabe: was daran hängen darf
Die häufigste Sorge bei Trockenbauwänden ist die Tragfähigkeit, und sie wird meistens in Kilogramm gedacht. Das Regelwerk denkt anders: Maßgeblich ist die Last je Meter Wandlänge bei einem angenommenen Hebelarm von 30 Zentimetern. Das Merkblatt 06 der Gütegemeinschaft Trockenbau nennt drei Stufen.
Bis 0,4 Kilonewton je Meter, das sind grob 40 Kilogramm je Meter Wandlänge, darf mit geeigneten Hohlraumdübeln überall befestigt werden. Das Merkblatt nennt dafür Bilder, Regale, Bildschirme, Leuchten, Wandschränke und Heizkörper. Bis 0,7 Kilonewton je Meter, also etwa Küchenoberschränke und schwerere Wandregale, ist eine Beplankungsdicke von mindestens 18 Millimetern nötig, also zweilagig. Darüber, bis maximal 1,5 Kilonewton je Meter, geht es nur mit Sondermaßnahmen: Traversen, Montageplatten oder Tragständer, die in die Wand eingebaut werden und die Last in tragende Bauteile weiterleiten. In diese oberste Gruppe gehören ausdrücklich auch Waschtische und wandhängende WCs. Ein Waschbecken hängt also nie am Hohlraumdübel.
Das Entscheidende daran ist der Zeitpunkt. Eine Traverse muss beim Bau der Wand eingebaut werden. Wer erst nach dem Verspachteln merkt, dass dort ein schwerer Fernseher oder ein Hängewaschtisch hin soll, öffnet die Wand wieder. Deshalb gehört die Frage “was kommt später an diese Wand” in das Gespräch vor dem Bau, nicht danach.
Feuchtraum: hier hat sich gerade etwas geändert
Für Bäder ist die grüne, imprägnierte Gipsplatte lange die selbstverständliche Antwort gewesen. Das gilt so nicht mehr uneingeschränkt. Die Zuordnung erfolgt heute über die Wassereinwirkungsklassen der DIN 18534, und die Anforderungen an zulässige Untergründe sind mit der aktuellen Ausgabe strenger geworden.
In gering und mäßig beanspruchten Bereichen, also den Wänden eines häuslichen Bades außerhalb der Dusche, sind imprägnierte und vliesarmierte Gipsplatten weiter zulässig. In der häuslichen Dusche sind weitere Untergründe nur zulässig, wenn der Hersteller die Eignung als feuchteunempfindlicher Untergrund nachweist. In hoch beanspruchten Bereichen, etwa gewerblichen Duschen, sind nur noch zementgebundene Platten zulässig, gipsbasierte Platten nicht mehr.
Praktisch heißt das: Im Nassbereich ist die zementgebundene Bauplatte die sichere Wahl, und imprägniert bedeutet in keinem Fall wasserdicht. Ohne Verbundabdichtung ist auch die grüne Platte im Duschbereich unzulässig. Viele ältere Ratgebertexte im Netz sind an dieser Stelle überholt.
Wie es abläuft
Vor dem ersten Bohren prüfen, wo in Bestandswand und Bestandsdecke Leitungen liegen. Dann anreißen und ausrichten, UW-Profile an Boden und Decke setzen, dabei auf ein Dichtungsband (Anschlussstreifen) für den Schallschutz achten. CW-Ständer einstellen. Erste Seite beplanken, Plattenstöße mittig auf dem Ständer, Querfugen versetzt. Leitungen und Dosen einziehen, Dämmung einlegen. Dann die zweite Seite, deren Stöße gegenüber der ersten Seite versetzt liegen, bei zweilagiger Beplankung gilt dasselbe für die zweite Lage. Verspachteln in der vereinbarten Stufe, schleifen, entstauben. Danach kann tapeziert oder gestrichen werden.
Trockenbau führen wir selbst aus und verspachteln die Flächen in Q2, der Regelleistung, auf Wunsch in Q3 als eigene Position im Angebot. Als Teil des Auftrags tapezieren wir die neue Fläche mit Raufaser oder Vlies und streichen sie einfach deckend. Mehr dazu unter Trockenbau in Leipzig und Renovierung und Instandsetzung.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Achsabstand entscheidet über die Belastbarkeit, nicht nur die Profilbreite.
- Q2 ist die Regelleistung. Q3 und Q4 müssen vereinbart und bezahlt werden.
- Eine Q5 gibt es nicht, und Q4 schützt nicht automatisch gegen Streiflicht.
- Schwere Lasten brauchen eine Traverse, und die muss beim Bau hinein.
- Im Nassbereich gelten nach der aktuellen DIN 18534 strengere Regeln für Plattentypen.
Als Nächstes lesenswert: Altbau renovieren in Leipzig und Renovierung planen: die Reihenfolge.