Fünf Dinge, die im Altbau anders sind

MerkmalFolgeWas daraus wird
Deckenhöhe 3 bis 4 mmehr WandflächeAnstrich und Tapete brauchen deutlich mehr Zeit, oft ein Gerüst
Holzbalkendeckefedernder BodenTrittschall und Ebenheit sind die eigentliche Aufgabe
Unebene Wändekeine geraden FlächenSpachteln statt streichen, oder bewusst die Struktur behalten
Stuck und Zierprofileempfindlichgehört ins Malerhandwerk, nicht nebenbei überstrichen
Verwinkelte Grundrisseviele Kantenmehr Verschnitt und mehr Anschlüsse beim Boden

Der Boden ist die große Frage

Unter Teppich und PVC liegen in Leipziger Gründerzeitwohnungen sehr oft noch die originalen Dielen. Bevor irgendetwas Neues geplant wird, gehört deshalb eine Bestandsaufnahme dazu: Wie dick sind die Dielen, wie fest sitzen sie, gibt es Feuchte- oder Schädlingsschäden, und wie stark federt der Boden.

Aufarbeiten kommt in Frage, wenn die Dielen tragfähig und ausreichend dick sind. Sie werden verschraubt, geschliffen und geölt oder versiegelt. Das ist Parkettlegerarbeit und gehört nicht in unsere Hände. Wir sagen Ihnen bei der Besichtigung aber, ob der Bestand dafür überhaupt in Frage kommt. Die Einschränkung: Eine Diele lässt sich nur begrenzt oft abschleifen, und wer bereits zwei Schliffe hinter sich hat, sollte das prüfen lassen.

Neu belegen ist der richtige Weg, wenn die Dielen zu stark beschädigt sind oder wenn ein anderer Belag gewünscht wird. Dann kommt eine entscheidende Zwischenschicht ins Spiel: Auf einer federnden Holzbalkendecke kann ein dünner Belag nicht direkt verlegt werden. Es braucht einen tragfähigen, ebenen Unterboden, meist aus Verlegeplatten oder als Trockenestrich, und darauf erst den neuen Belag. Dieser Aufbau ist der Posten, der im Altbau am häufigsten vergessen wird, und er kostet mehr als der Belag selbst.

Dazu kommt der Trittschall. In einem Mehrfamilienhaus mit Holzbalkendecken ist das kein technisches Detail, sondern der Grund, warum sich Nachbarn streiten. Ein Trockenestrichaufbau mit einer geeigneten Dämmlage verbessert die Situation spürbar, eine dünne Schaumunterlage unter Laminat nicht. Welcher Belag sich wofür eignet, steht im Beitrag Welcher Boden für die Mietwohnung.

Wände und Decken

Altbauwände sind selten eben und fast nie im rechten Winkel. Damit muss man umgehen, und es gibt zwei ehrliche Wege. Entweder man akzeptiert die Struktur und arbeitet mit Raufaser oder einer Vliestapete, die kleine Unregelmäßigkeiten aufnimmt. Oder man will glatte Flächen, dann ist das eine Spachtelarbeit über die gesamte Fläche und ein eigener Kostenpunkt, kein Nebenbei.

Vor jedem Anstrich steht die Frage nach dem Untergrund. Alte Leimfarbe, kreidende Anstriche und Nikotinablagerungen sind im Altbau die Regel, nicht die Ausnahme, und sie entscheiden über Grundierung und Aufwand. Wie man das prüft, steht im Beitrag Wände streichen.

Beim Stuck hört unsere Zuständigkeit auf, und das sagen wir bewusst. Ein Profil, das über hundert Jahre alt ist und unter mehreren Schichten Farbe liegt, wieder freizulegen, ohne die Kanten zu verlieren, ist Malerarbeit. Wer es nebenbei mit der Rolle überstreicht, verliert die Zeichnung und bekommt sie nicht zurück. Mehr dazu im Beitrag Streichen bei der Renovierung.

Was Sie vor der Planung klären sollten

Steht das Haus unter Denkmalschutz? In Leipzig betrifft das ganze Straßenzüge. Für Arbeiten im Inneren ist der Spielraum meist größer als gedacht, aber Fenster, Türen, Treppenhaus und alles, was von außen sichtbar ist, können betroffen sein. Ein Anruf bei der zuständigen Denkmalbehörde vor der Planung ist schnell erledigt und kann eine Rückbauanordnung ersparen. Das Gleiche gilt für die Zustimmung des Vermieters, wenn Sie zur Miete wohnen.

Was Trockenbau im Altbau leistet

Hohe Räume sind schön und im Winter teuer. Eine abgehängte Decke bringt die Höhe auf ein angenehmeres Maß, schafft Platz für Leitungen und Einbauleuchten und gleicht eine unebene Deckenuntersicht aus, ohne dass gespachtelt werden muss. Eine leichte Trennwand teilt einen der oft sehr großen Räume, etwa um ein Arbeitszimmer abzutrennen.

Beides ist im Altbau technisch unkritisch, weil Trockenbau leicht ist und keine zusätzliche Last auf die Holzbalkendecke bringt. Was Sie vorher entscheiden sollten: was später an der Wand hängen soll, denn dafür muss beim Bau eine Traverse eingebaut werden. Und ob Stuck vorhanden ist, denn eine abgehängte Decke, die einen Stuckfries kappt, ist schwer wieder gutzumachen. Mehr dazu im Beitrag Trockenbau: Wände, Decken und die Oberflächengüten und auf unserer Seite Trockenbau in Leipzig.

Die Reihenfolge im Altbau

Die Grundregel ist dieselbe wie überall: erst der Rückbau, dann die staubigen Arbeiten, dann Wände und Decken, zuletzt der Boden. Im Altbau kommen zwei Besonderheiten hinzu.

Erstens gehört die Elektrik ganz nach vorn. In vielen unsanierten Gründerzeitwohnungen liegen noch alte Leitungen, es fehlen Schutzkontakte, und in jedem Raum gibt es zwei Steckdosen. Wer die Wände schließt und danach feststellt, dass neue Leitungen fehlen, schlitzt frisch verputzte Flächen wieder auf. Das ist Elektrikerarbeit, und dafür arbeiten wir mit Partnern zusammen.

Zweitens braucht der Aufbau des Bodens seine eigene Zeit im Ablauf. Verlegeplatten oder Trockenestrich sind ein eigener Arbeitsgang, und darauf folgt erst der Belag. Ob dieser Aufbau bei uns liegt oder bei einem Estrichlegerbetrieb, klären wir bei der Besichtigung, bevor ein Termin steht. Wer das nicht einplant, verschiebt am Ende den Einzugstermin. Die vollständige Abfolge steht im Beitrag Renovierung planen.

Wir renovieren Altbauwohnungen in Leipzig von der Instandsetzung über den Boden bis zu Wänden und Decken, und sagen Ihnen bei der Besichtigung, was davon in unsere Hände gehört und was nicht.

Als Nächstes lesenswert: Renovierung planen: die Reihenfolge und Alten Boden entfernen und entsorgen.