Die Reihenfolge

  1. Planen und entscheiden. Was soll gemacht werden, was bleibt, welche Materialien kommen hinein. Alle Entscheidungen zu Belägen, Farben und Fliesen sollten stehen, bevor die erste Wand aufgeht.
  2. Rückbau und Entkernung. Alte Beläge, alte Tapeten, nicht tragende Einbauten. Alles, was raus soll, geht jetzt raus, denn erst danach ist sichtbar, was die folgenden Schritte wirklich brauchen.
  3. Elektrik und Sanitär. Alles, was in die Wand oder in den Boden muss, kommt jetzt, solange die Flächen offen sind. Neue Leitungen, Dosen, Anschlüsse, Schlitze.
  4. Trockenbau. Neue Wände, abgehängte Decken, Vorwandinstallationen. Die staubigste Phase.
  5. Untergrund herrichten. Wände spachteln und grundieren, Estrich prüfen, ausgleichen, spachteln.
  6. Fliesen. Bad und Küche, bevor die Wohnräume fertig werden.
  7. Streichen und Tapezieren. Decken zuerst, dann Wände. Immer bevor der Boden liegt.
  8. Boden verlegen. Zum Schluss, weil er ab jetzt geschützt werden muss.
  9. Feinarbeiten. Sockelleisten, Übergangsprofile, Türen einhängen, Steckdosenblenden.
  10. Endreinigung. Baustaub setzt sich noch tagelang ab, deshalb wirklich ganz zum Schluss.

Warum jeder Schritt dort steht

Drei Grundregeln erklären fast die gesamte Abfolge.

Von unsauber nach sauber. Alles, was Staub, Schutt und Lärm macht, kommt vor allem, was danach sauber bleiben soll. Deshalb steht Trockenbau vor dem Anstrich und Stemmen vor allem anderen. Ein einziger Schlitz, der nachträglich in eine frisch gestrichene Wand kommt, kostet den halben Raum.

Von oben nach unten. Innerhalb jeder Phase wird von der Decke zum Boden gearbeitet. Deshalb Decke vor Wand und Wand vor Boden. Farbspritzer fallen nach unten, nicht nach oben.

Von grob nach fein. Was sich später schwer korrigieren lässt, kommt zuletzt. Der Boden ist der empfindlichste Bauteil in einer Wohnung und gleichzeitig der, auf dem alle laufen. Deshalb kommt er ans Ende und wird bis zur Übergabe abgedeckt.

Die eine Ausnahme, über die immer diskutiert wird

Manche verlegen den Boden vor dem letzten Anstrich, weil sich Sockelleisten dann sauberer anschließen lassen. Das funktioniert, verlangt aber vollflächigen Schutz und deutlich mehr Sorgfalt an den Kanten. In der Praxis ist es die Ausnahme für Fälle, in denen die Sockelleiste mitgestrichen wird. Im Normalfall gilt: Boden zuletzt.

Die Trockenzeiten, die man nicht verkürzen kann

Der häufigste Grund für einen gerissenen Zeitplan sind nicht die Arbeitsgänge, sondern die Pausen dazwischen. Ein paar davon lassen sich nicht abkürzen, auch nicht mit einem Heizlüfter.

Eine Spachtelschicht braucht ihre Zeit, und zwar je Schicht. Zwei Schichten übereinander heißen zwei Trockenzeiten. Eine Grundierung muss durchgetrocknet sein, bevor gestrichen wird, sonst bleibt die Fläche fleckig. Ein frischer Estrich braucht Wochen bis zur Belegreife, nicht Tage, und ob er so weit ist, sagt die CM-Messung und nicht der Kalender. Für Zementestrich liegt die Grenze bei 2,0 CM-Prozent, mit Fußbodenheizung bei 1,8, bei Calciumsulfatestrich bei 0,5, für beheizte Estriche dieser Art nennen Norm und Handwerksregelwerk unterschiedliche Zahlen. Und eine Fußbodenheizung braucht vor der Belegung das Funktions- und Belegreifheizen mit Aufheizprotokoll.

Wer eine Wohnung zu einem festen Termin fertig haben muss, plant deshalb rückwärts: vom Übergabetag über die Trockenzeiten zu dem Tag, an dem begonnen werden muss.

Was parallel laufen kann und was nicht

KombinationMöglichBegründung
Trockenbau und Elektrikja, verzahntLeitungen werden im offenen Ständerwerk eingezogen
Streichen in Raum A, Boden in Raum Bjagetrennte Räume, getrennter Staub
Fliesen und Bodenverlegungja, räumlich getrenntunterschiedliche Räume, unterschiedliche Trockenzeiten
Spachteln und Streichen im selben RaumneinSchleifstaub setzt sich in den frischen Anstrich
Stemmen und Verlegen im selben RaumneinErschütterung und Staub, jeder frische Aufbau leidet

Der praktische Gewinn liegt bei einer Wohnung mit mehreren Zimmern in der räumlichen Trennung. Wer raumweise vorgeht statt gewerkeweise, verkürzt die Gesamtdauer erheblich, allerdings nur, wenn eine Stelle den Überblick behält.

Die vier Fehler, die am meisten Zeit kosten

Material zu spät bestellen. Ein Belag mit sechs Wochen Lieferzeit hält die gesamte Wohnung an. Die Materialentscheidung gehört an den Anfang, nicht in die Woche vor der Verlegung.

Den Untergrund nicht prüfen, bevor der Termin steht. Wenn sich am Tag der Verlegung herausstellt, dass der Estrich erst ausgeglichen werden muss, ist der Termin weg und der nächste frei werdende liegt Wochen später.

Gewerke einzeln beauftragen, ohne die Übergänge zu klären. Wenn der Trockenbauer in Q2 spachtelt und der Maler eine Q3-Fläche erwartet, steht am Ende jemand mit einer Fläche da, die niemand bezahlen will. Solche Schnittstellen gehören vorher schriftlich geklärt.

Zu spät mit dem Rückbau anfangen. Der Rückbau ist der Arbeitsgang mit den meisten Überraschungen. Was darunter zum Vorschein kommt, entscheidet über den halben Ablauf. Deshalb gehört er nicht nur an den Anfang, sondern man sollte auch ein paar Tage Puffer dahinter einplanen. Mehr dazu im Beitrag Alten Boden entfernen und entsorgen.

Selbst koordinieren oder bündeln

Beides funktioniert. Wer selbst koordiniert, spart die Regie und übernimmt dafür die Verantwortung an den Übergängen: Wer haftet, wenn der Boden auf einem Untergrund verlegt wurde, den ein anderer vorbereitet hat. Wer mehrere Gewerke gebündelt an einen Generalunternehmer vergibt, gibt diese Frage ab und hat für die Übergänge einen Ansprechpartner statt mehrerer.

Rückbau, Trockenbau, Wände und Decken und den neuen Boden führen wir in Leipzig selbst aus und takten die Schritte so, dass zwischen unseren Gewerken möglichst wenig Leerlauf entsteht. Was dazugehört, steht unter Renovierung und Instandsetzung, Rückbau und Entsorgung, Trockenbau, Wände und Decken und Bodenverlegung.

Als Nächstes lesenswert: Handwerker in Leipzig beauftragen und Altbau renovieren in Leipzig.