Was Designboden von Laminat unterscheidet
Beide werden oft im selben Atemzug genannt, technisch haben sie wenig gemeinsam. Laminat hat einen Holzfaserkern, Designboden hat einen Kunststoffkern. Deshalb quillt Laminat bei Wassereintritt und Designboden nicht. Umgekehrt ist die Oberfläche eines Laminats aus hartem Kunstharz und damit kratzunempfindlicher, während Designboden weicher ist und leiser, dafür aber empfindlicher gegen Möbeleindrücke.
Für die Praxis heißt das: In Küche, Flur, Bad und überall dort, wo Wasser realistisch ist, spielt Designboden seine Stärke aus. In einem Arbeitszimmer mit Bürostuhl auf Rollen ist die Frage nach der Nutzschicht wichtiger als die Frage nach der Optik.
Die Nutzschicht, die Zahl auf die es ankommt
Über dem Dekor liegt eine transparente Deckschicht aus PVC. Diese Nutzschicht bestimmt, wie lange das Dekor hält, und sie ist der Grund, warum zwei optisch identische Böden im Preis weit auseinanderliegen können.
| Nutzschicht | Einordnung | Wofür sie taugt |
|---|---|---|
| 0,2 bis 0,3 mm | Wohnbereich | Schlaf- und Wohnzimmer mit normaler Nutzung, Untergrenze für Wohnräume |
| 0,4 bis 0,55 mm | Objektstandard | Küche, Flur, stark genutzte Wohnräume, Büro, Laden |
| ab 0,7 mm | Objekt, hoch beansprucht | stark frequentierte öffentliche Bereiche, Leichtindustrie |
Zwei Verwechslungen sind verbreitet. Erstens: Die Gesamtdicke des Belags, meist zwei bis sechs Millimeter, sagt nichts über die Haltbarkeit der Oberfläche. Zweitens: Die Nutzschicht sagt etwas über Abrieb, aber nichts über Kratzfestigkeit. Dafür sorgt die zusätzliche Oberflächenvergütung, etwa eine Polyurethanversiegelung. Maßgeblich ist am Ende die im Datenblatt deklarierte Nutzungsklasse, nicht die Millimeterzahl allein.
Klicken oder vollflächig verkleben
Das ist die Entscheidung mit den größten Folgen, und sie wird meistens nach dem Preis getroffen statt nach dem Raum.
Ein vollflächig verklebter Belag ist kraftschlüssig mit dem Untergrund verbunden. Er kann sich thermisch nicht bewegen und braucht deshalb keine eigene Randfuge und keine belagsbedingte Feldbegrenzung. Eine Ausnahme ist wichtig: Vorhandene Bewegungsfugen im Estrich müssen deckungsgleich in den Belag übernommen werden. Wird eine Estrichfuge überklebt, zeichnet sie sich später als Verformung im Belag ab. Er nimmt Punktlasten ohne Nachgeben auf, verträgt große zusammenhängende Flächen und ist die beste Lösung auf einer Fußbodenheizung, weil keine Luftschicht zwischen Belag und Estrich liegt. Der Preis dafür: Der Untergrund muss deutlich sorgfältiger vorbereitet werden. Das Merkblatt 15 der Technischen Kommission Bauklebstoffe verlangt für Designbeläge in der Regel eine gespachtelte Fläche von mindestens drei Millimetern. Nur wenn der Estrich die erhöhten Ebenheitsanforderungen der DIN 18202 Tabelle 3 Zeile 4 einhält, reichen zwei Millimeter, und der Regelfall auf der Baustelle ist Zeile 3.
Ein schwimmend verlegter Klickbelag liegt lose und arbeitet als eine große Scheibe. Er braucht umlaufend Bewegungsraum, das Merkblatt nennt Randfugen von etwa fünf Millimetern. Er ist schneller verlegt, günstiger im Aufbau und später rückstandsfrei wieder herausnehmbar, was ihn für Mietwohnungen attraktiv macht.
Zwei Stellen, an denen Klick nicht die richtige Wahl ist
Erstens starke Sonneneinstrahlung. PVC dehnt sich deutlich, und das Merkblatt 15 rät bei hohen thermischen Einflüssen ausdrücklich von der schwimmenden Verlegung ab, weil sich Fugen öffnen können. Wintergarten, bodentiefe Südfenster, Erker: hier verkleben.
Zweitens schwere Einbauten. Eine Küchenzeile oder ein raumhoher Einbauschrank darf nicht auf einem schwimmenden Belag stehen, sonst kann er sich nicht mehr bewegen und die Klickverbindung reißt an anderer Stelle auf. Der Belag wird um solche Möbel herum verlegt, nicht darunter.
Rigid und SPC, was dahintersteckt
Bei den schwimmenden Belägen hat sich in den letzten Jahren eine eigene Bauart durchgesetzt. Rigid-Core-Böden haben einen starren Kern, bei SPC steht das für einen Kern aus PVC mit hohem Anteil mineralischer Füllstoffe, meist Kalksteinmehl. Die Verwandtschaft EPC hat stattdessen einen geschäumten Kern, weicher und wärmer, dafür weniger druckfest.
Der mineralisch gefüllte Kern dehnt sich bei Temperaturschwankungen deutlich weniger als reines PVC. Genau das ist der Grund, warum Rigid-Aufbauten heute den größeren Teil des Klickangebots ausmachen. Dazu kommt, dass die starre Platte kleinste Unebenheiten eher verträgt als ein dünner, flexibler Klickbelag. Eine Spachtelung ersetzt sie damit nicht, eben sein muss der Untergrund auch für Rigid. Der Nachteil: Rigid klingt hohler und fühlt sich kälter an, weshalb er häufig mit einem werkseitig aufkaschierten Kork- oder Schaumrücken angeboten wird.
Fußbodenheizung
Auch hier gilt der Grenzwert von 0,15 Quadratmeterkelvin je Watt für den gesamten Aufbau aus Belag und Unterlage. Dünne, vollflächig verklebte Beläge bleiben deutlich darunter. Bei einem dickeren Klickbelag mit aufkaschiertem Kork- oder Schaumrücken wird der Grenzwert dagegen schnell zum Thema, erst recht mit einer zusätzlichen Trittschalldämmung. Den maßgeblichen Wert nennt das Datenblatt des jeweiligen Produkts, und addiert werden alle Schichten. Deshalb: bei Fußbodenheizung entweder verkleben oder eine ausdrücklich freigegebene, dünne Unterlage verwenden.
Auch die zulässige Oberflächentemperatur steht im Datenblatt und liegt bei elastischen Belägen oft niedriger als bei Laminat. Die Freigabe des konkreten Produkts geht jeder Faustregel vor.
Der Untergrund
Designboden ist dünn und weich. Was darunter liegt, sieht man. Bei vollflächiger Verklebung gilt das ohne Abstriche, jede Kleberraupe und jede Kante zeichnet sich früher oder später ab. Deshalb ist die Reihenfolge immer dieselbe: alten Belag und alte Kleberreste vollständig entfernen, Untergrund auf Ebenheit und Restfeuchte prüfen, grundieren, spachteln, erst dann verlegen. Wie der Rückbau abläuft und was bei alten Klebern zu beachten ist, steht im Beitrag Alten Boden entfernen und entsorgen.
Wir verlegen Designboden in Leipzig geklickt und vollflächig verklebt und sagen Ihnen bei der Besichtigung, welche der beiden Varianten für Ihren Raum die richtige ist. Mehr dazu auf der Seite Bodenverlegung in Leipzig.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Nutzschicht bestimmt die Haltbarkeit, nicht die Gesamtdicke des Belags.
- Für Küche und Flur sind 0,4 bis 0,55 Millimeter Nutzschicht die sinnvolle Größenordnung.
- Verkleben bei Fußbodenheizung, viel Sonne, großen Flächen und schweren Möbeln.
- Klicken bei Mietwohnung, schneller Renovierung und normalen Wohnräumen.
- Rigid und SPC sind formstabiler als klassisches Klickvinyl, klingen aber härter.
Als Nächstes lesenswert: Welcher Boden für die Mietwohnung und Was kostet Bodenverlegen in Leipzig.