Warum es keinen Quadratmeterpreis gibt
Ein Bodenpreis besteht aus drei Blöcken, die unabhängig voneinander schwanken: Material, Untergrundvorbereitung und Verlegearbeit samt Nebenarbeiten. Der Materialpreis ist der einzige, den man ohne Besichtigung kennt. Die beiden anderen hängen davon ab, was unter dem alten Boden liegt und wie der Raum geschnitten ist.
Ein Beispiel dafür, wie weit das auseinandergeht: Zwei Räume mit jeweils zwanzig Quadratmetern, derselbe Belag. Im ersten liegt ein ebener, trockener Estrich, der Raum ist rechteckig, es gibt eine Tür. Im zweiten liegt ein verklebter PVC-Belag auf einem welligen Untergrund, der Raum hat einen Erker, vier Türen und Heizungsrohre, die aus dem Boden kommen. Der Belag kostet dasselbe. Die Arbeit nicht annähernd.
Die Posten im Einzelnen
| Posten | Einfluss | Was ihn nach oben treibt |
|---|---|---|
| Material | planbar | Nutzungsklasse, Nutzschicht, Dekor, Verschnitt bei Mustern und Schrägen |
| Alter Boden raus | stark schwankend | verklebte Beläge, Fliesen, Kleberreste, Schadstoffverdacht |
| Untergrund | oft unterschätzt | Spachteln und Ausgleichen, jede Schicht mit eigener Trockenzeit |
| Verlegeart | deutlich | vollflächig verklebt teurer als schwimmend, Muster teurer als gerade |
| Raumzuschnitt | deutlich | Erker, Nischen, viele Türen, Rohre, verwinkelte Flure |
| Nebenarbeiten | summiert sich | Sockelleisten, Übergangsprofile, Türen kürzen, Entsorgung |
| Zugang | klein, aber real | Etage ohne Aufzug, enges Treppenhaus, keine Parkmöglichkeit |
Der Posten, der am häufigsten unterschätzt wird, ist die Untergrundvorbereitung. Beim vollflächig verklebten Designboden verlangt das einschlägige Merkblatt der Technischen Kommission Bauklebstoffe eine gespachtelte Fläche von in der Regel mindestens drei Millimetern, zwei Millimeter nur bei besonders ebenem Estrich. Das ist kein Extrawunsch, sondern Voraussetzung dafür, dass der Belag hält. Ein Angebot ohne diese Position ist entweder unvollständig oder verlegt auf einem Untergrund, der dafür nicht geeignet ist.
Was in Angeboten regelmäßig fehlt
Diese Positionen tauchen in günstigen Angeboten oft nicht auf und werden später nachberechnet. Prüfen Sie jedes Angebot genau darauf:
- Aufnehmen und Entsorgen des alten Belags, getrennt nach Material
- Grundierung und Spachtelung des Untergrunds, inklusive der nötigen Trockenzeiten
- Verschnitt beim Material, bei geraden Räumen gering, bei Diagonalverlegung und verwinkelten Grundrissen deutlich mehr
- Sockelleisten samt Ecken, Innen- und Außenecken werden gern vergessen
- Übergangsprofile an Türen und zu anderen Belägen
- Türen kürzen, wenn der neue Aufbau höher ist als der alte
- Dampfbremse und Trittschalldämmung, bei Fußbodenheizung in der freigegebenen Ausführung
- Anschlüsse an Heizungsrohre, Türzargen und Nischen
Die eine Frage, die jedes Angebot vergleichbar macht
Fragen Sie: Ist das ein Festpreis für die fertige Leistung, oder ein Einheitspreis, der nach Aufmaß abgerechnet wird? Beim Festpreis trägt der Handwerker das Risiko, dass es mehr Arbeit wird. Beim Einheitspreis tragen Sie das Mengenrisiko, dafür zahlen Sie nur, was tatsächlich anfällt. Beides ist üblich und beides ist in Ordnung. Was nicht in Ordnung ist, ist ein Angebot, aus dem nicht hervorgeht, welches von beiden es ist.
Wie sich die Bodenarten zueinander verhalten
Ohne konkrete Zahlen lässt sich zumindest die Reihenfolge sicher sagen, und die ist stabiler als die Preise selbst. Am unteren Ende liegt Laminat, das gilt für Material wie für Arbeit, weil es schwimmend verlegt wird und wenig Vorbereitung braucht. Darüber liegt geklickter Designboden, weil das Material teurer ist. Deutlich darüber liegt vollflächig verklebter Designboden, weil hier die Untergrundvorbereitung dazukommt. Am oberen Ende liegt Parkett, beim Material wie bei der Verlegung. Parkettarbeiten führen wir nicht selbst aus, für die Einordnung eines Angebots ist die Reihenfolge trotzdem hilfreich.
Diese Reihenfolge kippt allerdings, sobald der Untergrund ins Spiel kommt. Ein günstiges Laminat auf einem Estrich, der erst aufwendig ausgeglichen werden muss, kann teurer werden als ein hochwertiger Klickbelag auf einem tadellosen Untergrund. Deshalb ist die Bodenart selten der entscheidende Kostenhebel.
Wo Sie wirklich sparen können
Am Material zu sparen ist die naheliegendste und meist die schlechteste Idee, weil sich der Unterschied zwischen einer günstigen und einer ordentlichen Qualität über die Nutzungsdauer verteilt und beim Verkauf gering aussieht. Sinnvoller sind drei andere Hebel.
Erstens: alles in einem Durchgang. Wer Rückbau, Untergrund und Verlegung getrennt beauftragt, zahlt Anfahrt und Einrichtung mehrfach und trägt das Risiko an den Schnittstellen selbst. Zweitens: Räume bündeln. Drei Zimmer in einem Termin sind pro Quadratmeter günstiger als drei einzelne Termine. Drittens: Eigenleistung an der richtigen Stelle. Möbel wegräumen, Teppich herausreißen und den Bauschutt selbst wegfahren sind Arbeiten, die keine Qualifikation brauchen. Das Spachteln des Untergrunds gehört nicht dazu, dort entscheidet sich das Ergebnis.
Ein vierter Punkt betrifft die Steuer und wird oft übersehen: Handwerkerleistungen im eigenen Haushalt sind nach § 35a Einkommensteuergesetz teilweise absetzbar, allerdings nur die Arbeitskosten und nur gegen Rechnung und Überweisung. Was dabei im Einzelnen gilt, steht im Beitrag Handwerker in Leipzig beauftragen.
So kommen Sie zu einem belastbaren Preis
Seriös lässt sich ein Preis erst nennen, wenn jemand den Raum gesehen hat. Ein Aufmaß ist in der Regel schnell erledigt und beantwortet genau die Fragen, an denen sich der Preis entscheidet: Wie eben ist der Untergrund, was liegt darunter, wie ist der Raum geschnitten, welche Nebenarbeiten fallen an.
Genau so arbeiten wir. Wir schauen uns Raum und Untergrund an und machen Ihnen danach ein schriftliches Angebot, aus dem hervorgeht, welche Nebenarbeiten enthalten sind und welche nicht, und ob es ein Festpreis oder ein Einheitspreis ist. Mehr dazu auf der Seite Bodenverlegung in Leipzig.
Als Nächstes lesenswert: Welcher Boden für die Mietwohnung und Alten Boden entfernen und entsorgen.